Yap – Tauchen mit Mantas, Betelnüsse und mehr

Es gibt nicht viele Orte auf der Welt von denen man sagen kann, dass sich die lange Anreise mehr als gelohnt hat. Yap, Teil der Federal States of Micronesia (FSM), liegt inmitten des Pazifischen Ozeans und gehört definitiv dazu.

 

Die Insel Yap ist etwa 18km lang und 3km breit, ca. 1300 km von Neuguinea und rund 870 km von Guam entfernt. Die Düsseldorfer unter uns sollten sich nicht von dem Namen des Hauptortes abschrecken lassen. Auch wenn es auf der Insel einen ‘German Channel’ gibt so existieren meines Wissens nach keine Beweise, dass es Kölsche gewesen sind, die der Hauptstadt den Namen Colonia verpasst haben.

Die Yapesen selber sind äußerst freundlich und aufgeschlossen, je dunkler ihre Zähne vom permanenten Kauen der Betelnüsse sind, desto größer ihre Weisheit…

Tauch-Highlights

Temperatur, Sichtweiten und Strömungsverhältnisse sind für Anfänger bestens geeignet. Aber auch wir ‘alten Hasen’ kommen schwer auf unsere Kosten denn neben den Mantas gibt es wunderschöne intakte Riffe voller Leben. Die Fotografen unter uns müssen sich bei fast jedem Tauchgang entscheiden zwischen Großfisch im Big Blue und dem vielfältigen Kleingetier am Riff. Je nach Kameratyp eine echte Herausforderung…

Mein absoluter Favorit ist ein Tauchgang, der an Yap Corner im Nordwesten der Insel beginnt wo sich graue Riffhaie, Büffelkopfpapageienfische sowie Schulen von Barrakudas, Makrelen und Schnappern tummeln.

Mit auflaufendem Wasser geht es dann in den M’il Channel hinein und mit etwas Glück zeigen sich die in den Korallenspalten lebenden Lobster, Muränen und Oktopusse. Zum Ende des Tauchgangs dürfen natürlich die Stars nicht fehlen. In ca. 17m Tiefe treffen wir im Kanal auf eine große von Sand umgebene Korallenformation, die den Mantas als Putzerstation dient und uns Tauchern ausreichend Platz bietet, um uns zur störungsfreien Beobachtung umweltfreundlich im Sand niederzulassen. Es ist unbeschreiblich wenn die friedlichen Giganten der Meere auf Ärmeslänge hinweg lautlos über uns kreisen und nicht selten habe ich Atemregler aus offenen Mündern fallen sehen.

Absolute Hai-lights sind am Tauchplatz Vertigo zu finden. An diesem Außenriff (15m – 50m) tummeln sich Graue Riffhaie, Schwarz- und Weisspitzenriffhaie in Massen, die sich dank des glasklaren Wassers bequem vom Riffdach aus beobachten lassen.
Und wer dann alle Hai-lights mit der Kamera eingefangen hat macht sich in sanfter Strömung auf den Weg am Riff entlang und erkundet die Makrowelt. Selbst Schildkröten sind an Vertigo keine Seltenheit und wer richtig Glück hat, sieht einen Manta Richtung Mi’l Channel aus dem Freiwasser heranschwimmen.

Der Süden der Insel besticht durch wunderschöne Steilwände. Meine beiden Favoriten hier sind Yap Caverns und Lionfish Wall. Yap Caverns besticht durch ein einfach zu betauchendes Kavernensystem in dem die Lichtreflexe zauberhafte Stimmungen erzeugen. Am Ausgang der Caverns fällt das Riff in einer kleinen Wand ab und mit etwas Glück treffen wir wieder auf schlafende Haie, Büffelkopfpapageienfische sowie Schulen von Barrakudas, Schnappern und Makrelen. Lionfish Wall liegt direkt neben den Yap Caverns und hat seinen Namen von den Rotfeuerfischen, die sich tagsüber in den Höhlen der Steilwand verbergen. Hier treffen die Strömungen der Ost- sowie der Westseite Yaps zusammen dank derer Delphine, Mantas, Thunfische, Adlerrochen und Schildkröten vorbeiziehen.

Wer nach 2 Tauchgängen am Tag immer noch nicht genug hat, sei ein Tauchgang am Rainbow Reef. empfohlen. In Sichtweite des Hotels gelegen paaren sich hier zur Dämmerung die farbenprächtigen Mandarinfische, die hier auf ca. 6m Tiefe in den Steinkorallen leben. Und wer sich von den balzenden Schönheiten nicht ablenken lässt, findet im Schein der Lampe Krustentiere sowie die im nahen Mangrovenwald lebenden exotischen Kardinalfische.

Auf nach Yap!

Ob die Anreise über Manila, Tokyo, Taiwan oder eine andere Destination in Asien erfolgt wird vom zur Verfügung stehenden Budget bestimmt und ist noch weitestgehend komfortabel. Beim zweiten Teil der Reise ist man dann auf den Monopolisten United angewiesen und der Weg in das Paradies führt immer über Guam, Einreise in die USA mit allen Formalitäten inklusive. Aber wie schon gesagt, diese leichten Strapazen sind schnell vergessen wenn man von der Crew des Mantaray Bay Hotels strahlend am Flughafen willkommen geheissen wird.

Mantaray Bay Hotel und Yap Divers

In Colonia befindet sich das speziell auf die Wünsche und Bedürfnisse von Tauchern ausgelegte Mantaray Bay Hotel. Vor über 20 Jahren vom Tauchpionier und Manta Man Bill Acker ge-gründet, erfreuen Bill und sein Team das Taucher- herz. Jedes der 35 Zimmer ist einem Meerestier gewidmet, das sich nicht nur auf der handge-schnitzten Zimmertür wiederfindet, sondern auch auf dem Duschvorhang, den Gardinen und der Tages-decke. Gäste wählen aus 3 Zimmerkategorien von Standard bis Deluxe inclusive Privatgarten mit Minipool oder eigenem Jacuzzi auf dem Dach.

Die 5-Sterne PADI Tauchbasis ist ca. 15 Schritte von der Rezeption entfernt und mit das Beste, das ich bisher in meinem Taucherleben (immerhin 20 Jahre) gesehen habe. Jeder Gast hat seinen eigenen belüfteten Schrank um seine Ausrüstung zu verstauen. 4 Kameratische bieten europäische 220V sowie amerikanische 110V Anschlüsse. Im Außenbereich stehen für die Ausrüstung insgesamt 4 beleuchtete Spülbecken sowie eine Vielzahl von Trocknungsvorrichtungen aus Edelstahl bereit. Getaucht wird entweder ganz klassisch mit Pressluft oder mit Nitrox, so oder so kann man aber im Kompressorraum vom Boden essen. Ich schwöre, dass ich Mathias mit der Zahnbürste die Fugen habe schrubben sehen….

Und so sieht ein durchschnittlicher Urlaubstag aus:

07.30h – Weckruf mit frischem Kaffee, der auf das Zimmer gebracht wird

08.00h – Frühstück auf dem Restaurantschiff Mnuw

08.45h – Treffen an der Basis; Jackets und Atemregler sind von der Crew schon an Bord gebracht worden

09.00h – Ausfahrt zum 1. Tauchgang an Yap Corner

09.30h – Briefing durch den Tauchguide und ab ins warme klare Nass

10.45h – Meinem Tauchpartner geht die Luft aus, ich könnte und wollte noch ein wenig länger… Aber wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht

10.50h – Das Boot nimmt vielleicht 50m entfernt die ersten Taucher auf aber der Captain hat uns schon gesehen. Wir lassen und treiben und vom Boot einsammeln. Wer schwimmt ist selber Schuld und erhält den freundlichen Hinweis, dass jegliche Anstrengung der Erholung im Urlaub abträglich ist 😉

11.00h – Ein frisches Handtuch, warmer Tee, Wasser und leckerer selbstgebackener Kuchen versüßen die Oberflächenpause von 1 Stunde

11.15h – Der Captain schmeisst die 2x 115PS Aussenborder an und wir tuckern gemütlich gen Vertigo

12.00h – Fertig machen zur zweiten Runde. Die Haie umschwimmen schon neugierig unser Boot

12.05h – Rolle rückwarts und los zum Hai-TV

13.15h – Toller Tauchgang, viele Bilder und mehr Tee/Wasser/Kuchen

14.00h – Ankunft am Pier der Tauchbasis. Wir bestellen schon mal den Dekoschluck für uns und die Crew vom Restaurantschiff Mnuw. Die hauseigene Brauerei Stonemoney Brewery produziert ganz diplomatisch Altbier (Hammerhead) und Kölsch (Manta Gold). Bill Acker’s Favorit ist Two Step (halb und halb) aber wir bleiben bei den reinen Sorten.

14.15h – Ausrüstung versorgt, das erste Bier zischt

15.00h – Eine dunkle Wolke zieht auf, nicht unüblich in den Tropen. Wir ziehen um und trinken das zweite Bier im hauseigenen Pool während warmer Regen auf uns tröpfelt. Nach 10 Minuten ist die Sonne auch wieder da.

15.30h – Entspannung im hauseigenen Spa. Die traditionelle Yapesische Massage ist nix für Weicheier aber unglaublich gut für Knochen und Muskeln. Mittels dieser Massagetechniken werden auf den Outer Islands in Ermangelung westlicher medizinischer Versorgung Knochenbrüche gerichtet und geheilt. Das darf man sich nicht entgehen lassen aber wer sich nicht traut, kann auch eine klassische Massagetechnik auswählen.

16.30h – Happy Hour auf der Mnuw im Krähennest. Es wird palavert, gelacht und gefachsimpelt. Dieser 100 Jahre alte Indonesische Schoner liegt fest vor dem Hotel und verbreitet eine einzigartige Stimmung.

19.30h – Hunger! Wir essen heute auf der Mnuw und schauen die Siegervideos vom letzten Manta Fest auf der Riesenleinwand an. Beim Absacker diskutieren wir , was wir an unserem letzten und damit tauchfreien Tag machen. Zur Wahl stehen Kajaktouren durch die einzigartigen Mangrovenwälder, eine komplette Inseltour und/oder Einblicke in die traditionelle Stammeskultur der Yapesen. Wer die Wahl hat, hat die Qual….

Ich vermisse schon jetzt die tollen Tauchgänge, Bill Acker, das Mantaray sowie Yap Divers Team und natürlich das Dekobier im Pool. Mehr Informationen und Bilder gibt es auf www.mantaray.com.

Wir sehen uns hoffentlich bald auf Yap!

Patricia Hillebrand

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