Ein Quelltopf voller Haie

Selten war blaues Wasser schöner. Vor den letzten Tauchgängen am westlichen Außenriff konnte vom Boot aus den Clownsfische als orange Punkte beim Tanzen zuschauen. Die Debatten zu den Sichtweiten bewegten sich irgendwo im Bereich zwischen 40 und 70 Metern. Kristallklar wie eine Quelle. Allerdings mit beständig lächelndem Fisch der Marke Grauer Riffhai und Schwarzspitzenriffhai.

Die Sicht ist so gut, dass sie die Haie wie geschrumpft wirken lässt.

Derzeit treiben sich am Vertigo um die zwanzig, dreißig Haie herum und die Damen und Herren Fotografen setzten das Wasser mit ihren Blitzen unter Strom und hielten die Tierchen mit ihren elektrischen Feldern bei bester Laune, bzw. bei bestem Interesse. Mit Tiefen zwischen sieben (Riffplatte) und dreizehn Metern (Riffkante) kamen die Taucher auf gute achzig Minuten lange Ausflüge, und mit weniger als 400 Fotos kam da auch kaum jemand aus dem Wasser. Neben einem ausgewachsenen Adlerrochen regierten die Wölfe der Meere – Kopfporträts mit Weitwinkelobjektiv, Fisheye-Szenen mit mehr als zehn Haien im Bild, Taucher-Hai-Interaktion, Nahaufnahmen der Augen mit der Makrolinse, und und und. Wer einmal an Vertigo tauchen war, jagt nie wieder den vier, fünf armen Grauhaien an den Brother Islands hinterher…

Grauhaie an der Riffkante... ganze acht Meter tief

Dem Journalistenkollegen Frank machte es indes schwer zu schaffen, dass sein Anzug mittlerweile nach Hai roch anstatt nach Manta – die lieben Mitfotografen sahen es ähnlich, und da der Manta-Stammtisch ja nur zehn Minuten Fahrzeit von Vertigo entfernt ist und jeder nun mal zwei Zwölfliter-Flaschen an Bord hat… riecht Franks Anzug jetzt wieder nach Teufelsrochen, die ihm – natürlich – förmlich in die Linse krochen. Oder wie er selbst sagt: „Jetzt riecht er wieder wie vor den Haien.“

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